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Die Bäckerei Sattler im Jahre 1899

Der neue Laden 1955

Ansicht 1965

Der heutige Mitinhaber Josef Sattler jun.


 
 

100 Jahre Bäckerei Sattler und noch mehr!

Der Greißlbäck

Zu Beginn des neuen Jahrtausend soll der Geschichte eines Betriebes nachgegangen werden, der wohl die älteste durchgängige Geschäftstradition (neben Metzgerei Oberpriller) im Marktgebiet Isen besitzt, dessen Spuren also am weitesten in das vergangene Jahrtausend zurückreichen: der Bäckerei Sattler, vormals Greißlbäck.


Im Jahre 1710 (das ist die älteste Spur) erscheint ein Bäcker Anton Greißl als Mitglied des „Äußeren Rates“, was man heute als Gemeinderat bezeichnen würde. Anton Greißl muß demnach ein geachteter Bürger und eingesessener Handwerker gewesen sein, sonst wäre er ja nicht gewählt worden. So gab es den Greißlbäck wahrscheinlich bereits im 17. Jahrhundert. 1713 wollte eine Katharina Schwaiger in Isen eine Melberei (=Mehlhandlung) gründen. Im Auftrag der Isener Bäcker- und Müllerzunft, die aus acht Bäckern bestand, legte Anton Greißl beim Burgrainer Pfleger Widerspruch dagegen ein. Der Grund war die Existenzangst der Bäcker angesichts steigender Konkurrenz. Rechtliches Fundament der Klage war das alleinige Recht der Bäcker auf den Mehlverkauf. Trotzdem wollte der Burgrainer Pfleger Frau Schwaiger das Recht auf den Mehlhandel einräumen, da dies den Isener Bürgern zu Gute käme, da man bei den Melbern die Möglichkeit hätte, auch kleinere Mengen Mehl zu einem billigeren Preis zu kaufen. Der Streit erübrigte sich allerdings von selbst, da die Isener den Mehlverkauf der Melberin boykottierten („Hausiererei!“)


Die weiteren Daten über den Greißlbäck im 18. Jahrhundert sind sehr sporadisch. 1739 erscheint der „Greischlbäck“ in einem Steuerverzeichnis der Herrschaft Burgrain. Auch in der Liste der Isener Amtskämmerer ist der Name Anton Greißl mehrfach anzutreffen, und zwar für die Jahre 1718-20 und 1730-33 als Amtskämmerer (=Bürgermeister), und 1749-50 als Vizekämmerer. Dass es sich dabei um eine Person gehandelt hat, die zwischen 1710 und 1750 immer wieder führende Gemeindeämter innehatte, ist wenig glaubhaft; vielmehr kann man von einem Generationenwechsel ausgehen, bei dem der Vorname Anton immer wieder auf den ältesten Sohn übertragen wurde. Feststeht, dass die Bäckerei Ende des 18. Jahrhunderts im Besitz von Anton Mair war, der 1780 Maria Anna Witter geheiratet hatte und wohl gleichzeitig Eigentümer wurde. Hier stellt sich die Frage, warum der Hauseigentümer nicht mehr Anton Greißl heißt. Zwei Lösungen bieten sich an: entweder hat Anton Greißl nach 1750 die Bäckerei verkauft, oder der Nachname „Greißl“ war lediglich der Hausname: die unter dem Namen Anton Greißl geführten Bäcker hießen also in Wirklichkeit Anton Mair. Eine der beiden Versionen zu favorisieren, ist nicht möglich, da der Vorname Anton nicht so außergewöhnlich ist. Als nächster Eigentümer erscheint Simon Bauer. Er hat 1807 Eva Widder geheiratet, und dabei dürfte es sich um eine Verwandte von Anna Maria Witter gehandelt haben.


1809 bekam der Greißlbäck die Haus-Nr. 134 und das Haus wurde von zwei Familien bewohnt (Familie Bauer und Maler Weyer).


Am 23. Juni 1846 verkauft Simon Bauer das Gebäude Haus Nr. 1347 an die Bäckerseheleute Andreas und Theresia Schwaiger aus Wasserburg am Inn. Dieser Kauf dürfte der Alterssicherung gedient haben, da das Ehepaar Schwaiger zu diesem Zeitpunkt bereits seit 364 Jahren verheiratet war. Deshalb kommt es auch zu einer baldigen Eintragung in das „Besitzveränderungsbuch 1838 - 1858“ des Marktes Isen: „Am 6. Juni 1848: Schweigerschen Greißlbäcker Eheleite an ihren Vetter Karl Lechner Bäcker-Geselle aus Grabenstätt – Bäckerrecht“. Ab 1848 war also Karl Lechner mit seiner frisch vermählten Frau Theresia der Greißlbäck, und er blieb es bis zum 23. Oktober1857. An diesem Tag wurde das Haus samt Bäckerrecht an Johann Georg Speckmaier verkauft. Diese beobachteten häufigen Wechsel sind ein unzweifelhafter Beleg für die Überwindung der statischen Zünftegesellschaft, die ja seit der Säkularisation 1803 der Vergangenheit angehörte.


Johann Speckmaier und seine Frau Barbara übergaben den Betrieb 1881 an ihre 18jährige Tochter Maria und den Schwiegersohn Franz Xaver Lueger. Diesen Betrieb erwähnt Reisberger in seinen Erinnerungen: „In der Zwischenzeit gab es ein Stück Brot, o. solch ein gutes weißes, mit Anis, Fenchel und Kümmel gewürztes Brot, wie es nur die Clarabas herrichten und der Greißlbäck backen konnte“. Bereits 1857 hatte Familie Speckmaier (wohl aus Geldnot) – so belegt es das Gemeindearchiv – ihren Grund gegen eine kleinere Parzelle eintauschen müssen. Die prekäre finanzielle Lage dürfte vielleicht auch erklären, warum Franz Xaver Lueger bereits nach vier Jahren 1885 das Anwesen an Sebastian Forstmaier verkaufte. Das Ehepaar Forstmaier hatte keine lange Freude an dem Haus, was nicht nur für die Dauer gilt, sondern auch für die Umstände. 1886 wütete in Isen ein schrecklicher Brand. Die Lengdorfer Feuerwehr versuchte, den Brand zu löschen. Kommandant war Sebastian Gribl. Dank seines beherzten Einsatzes war es gelungen, den Greißlbäck vor der Feuersbrunst zu retten. Die Rückseite der Medaille, dass das Gebäude gerettet wurde, war allerdings, daß Haus Nr. 13,4 eine renovierungsbedürftiges Objekt blieb, während die abgebrannten Nachbarhäuser (Eder/Anzenberger) neu erbaut wurden. Zwischen 1889 und 1894 gehörte das Haus Judas Thaddäus Maier mit Ehefrau Anna. Diese Bäckersleute hatten leider keine sehr glückliche Hand mit dem Geschäft, und sie mussten bei ihrem Müller, von dem sie das Mehl bezogen, immer mehr Schulden machen, bis sie praktisch bankrott waren. Die Müllersfamilie hieß Sattler, und ihr Betrieb stand in Urtlmühle. 1894 kam der Greißlbäck schließlich in den Besitz der Familie Sattler.


Die Bäckerei Sattler

Karl Sattler

Die Familie Sattler ist erstmals 1760 in Oberschwillach nachweisbar. Der am 30.05.1826 in Oberschwillach geborene Müllerssohn Joseph Sattler erwarb nach seiner Hochzeit mit Theresia Baumann 1851 die Urtlmühle. 1894 erwarb das Ehepaar den Greißlbäck als Austragsdomizil für den Ruhestand. Am 13. Januar 1871 wurde in Urtl Karl Sattler als einer von 17 Kindern der Müllerseheleute Joseph und Theresia Sattler geboren. Nach Kindheit und Schulbesuch absolvierte er bei der Bäckerei Reisinger in Dorfen eine Lehre und areitete dann als Bäckergeselle in Haag und Rosenheim. Dort unterzog er sich auch erfolgreich der Meisterprüfung für das Bäckerhandwerk, und hatte vor, in Halfing eine Bäckerei zu kaufen. Doch wegen des Todes seiner Eltern erwartete man von Karl Sattler, dass er nach Isen zurückkehrte, und den Greißlbäck übernahm. Anfangs konnte er sich dem noch widersetzen, da ihm ja auch nicht verborgen war, dass das Haus heruntergekommen, und vor allem der Ofen seit einigen Jahren nicht mehr betriebsbereit war. Schließlich gab er dann doch nach, und nach Renovierung des Ofens begann Ende 1899 die Bäckerei Sattler. Das Geld für die Reparatur, nämlich 3000 Mark, musste sich Karl Sattler ausleihen. Damit war der Anfang für das Isener Geschäft nicht leicht, und Sparen war angesagt. Ein Jahr später, am 28. Mai 1900 heiratete er die Tochter des Schreinermeister Sebastian Gribl aus Lengdorf – die erste standesamtliche Trauung des letzten Jahrhunderts in Isen („Nr. 1“). Dieser Sebastian Gribl war es, der 14 Jahre zuvor – natürlich nichts ahnend – das Haus seines künftigen Schwiegersohnes als Feuerwehrkommandant von den Flammen gerettet hatte.

Obwohl die junge Frau Sattler die Peinlichkeit der Ofenschulden tilgte, ging es sehr sparsam zu. 1913 konnte man dann endlich das alte Haus abreißen, und eine neues hinstellen. Eine große Errungenschaft war ein moderner Kohleofen, der 1917 eingebaut wurde. Langsam erwarb man sich einen gewissen Reichtum und Ansehen, so dass Karl Sattler schließlich sogar Mitglied des Gemeindesrates wurde.

1914 bis 1916 musste Kar Sattler am 1. Weltkrieg teilnehmen, und es kam nach Hause zurück als gebrochener und schwer gealteter Mann. Nach längerer Krankheit verstarb Karl Sattler am 31. August 1922. Er hinterließ neben seiner Frau Maria zwei Töchter und zwei Söhne (Joseph, Karl) – letztere zwei sollten das weitere Geschick der Firma bestimmen!

Joseph Sattler sen.

Die Biographie von Joseph Sattler klingt zunächst ähnlich wie diejenige seines Vaters. Geboren wurde er am 28. März 1901. Zunächst lernte er zuhause im väterlichen Betrieb das Bäckerhandwerk. Um seine Kenntnisse zu vertiefen, schickte ihn sein Vater 1917 als Gesellen nach Gars am Inn zur Bäckerei Huber. Doch wiederum stellte der Tod des Vaters die Weichen. Als Josef Sattler zur Beerdigung seines Vaters nach Isen kam, ließ ihn seine Mutter nicht mehr nach Gars zurückkehren, sondern drängte ihn zum Meisterkurs, das er ja zu Hause gebraucht wurde. Als frischgebackener Meister baute Joseph Sattler am 1922 zusammen mit seinem Bruder Karl und seiner Mutter den elterlichen Betrieb richtig auf. Als helfenden Geist gab es die Magd Victoria Brucker (1866-1945), die viele Jahre bei Sattlers arbeitete.

Am 07.12.1936 heiratete Joseph Sattler Anna Däffinger aus Dorfen. Aus diesem Grunde war auch bereits am 02.10.1936 der Betrieb von Maria Sattler auf ihren Sohn Joseph überschrieben worden. 1937 wurde dem jungen Ehepaar eine Tochter geboren. Am 27. März 1943 folgte Josef Sattler, schließlich noch 2 weitere Kinder. Bereits drei Jahre nach der Hochzeit musste Joseph Sattler in den 2. Weltkrieg einrücken, nachdem man im selben Jahr noch die Backstube vergrößert hatte und einen neuen Backofen erwarb. Zusammen mit ihrer Schwiegermutter und ihrem Schwager Karl führte Anna Sattler während der Kriegsjahre alleine den Betrieb, unterstützt von einem Gesellen und einem Lehrling; im Haushalt half Frau Rosa Nagel, verheiratete Sattler, die mittlerweile auf über 60 Jahre Betriebszugehörigkeit zurückblicken kann. Joseph Sattler ging nach dem Krieg zielstrebig daran, den Bäckereibetrieb zu modernisieren. 1953 wurde die Ladenfläche vergrößert, denn es reichte nicht mehr, nur gute Waren zu backen, sie mussten auch in entsprechender Weise angeboten werden können. Der Laden war täglich geöffnet (auch Sonntags). Die nächste Änderung in der Bäckerei war 1962 eine weitere Vergößerung der Backstube und der gleichzeitige Einbau eines Etagenbackofens, der bis auf den heutigen Tag seinen Dienst leistet. Vorteil war die grössere Backkapazität, a man ja die Teigwaren übereinander gleichzeitig herausbacken konnte. Noch 10 Jahre lang leitete Joseph Sattler den Betrieb. Als er 1972 die Firmenleitung in die Hände seines Sohnes Josef (geb. 1943) übergab, zog er sich trotzdem nicht aus der Backstube zurück, sondern half weiterhin mit. Am 26. Mai 1981 starb er. Seine Frau Anna überlebte ihn um knapp 10 Jahre (gest. 08.04.1991). Auch ihre letzten Lebensjahre half sie, so gut es ging, in der Bäckerei mit, und schälte z.B. noch in Küche Äpfel.

Josef Sattler jun.

Damit sind wir bei der gegenwärtigen Firmengeneration angelangt. Josef, geb. 1943 lernte nach seinem Schulbesuch in Isen und in Algasing das Bäckerhandwerk und wurde 1960 Geselle. Um sich weiterzubilden, arbeitete er in verschiedenen Bäckereinen, besuchte Feinbackkurse, die ihn in das Konditoreiwesen einführten, bis es schließlich 1966 in Lochham den Meistertitel erwarb. 1972 übernahm Josef Sattler den väterlichen Betrieb, und die Backstube wurde wiederum vergrößert – nunmehr auf 180 qm. In geschäftlicher Hinsicht sind vor allem zwei Bereiche herauszuheben: der jetzige Geschäftsinhaber erweiterte die ehedem reine Brot- und Semmelbäckerei um den Sektor der Konditorei. Und Josef Sattler ist sehr am traditionellen Backen gelegen. So verzichtet er auf massive Treibmittel, sonder setzt noch am Vorabend – wie schon seine Vorfahren und Vorgänger – das Dampferl an, um eine langsame gleichmäßige Gärung sicherzustellen, die geschmacklich Vorteile bietet. Da also jedem verkaufsoffenen Tag ein Arbeitstag vorausgeht, hat Josef Sattler beschlossen, am Montag den Laden geschlossen zu haben, um wenigstens am Sonntag frei zu haben. Besonderes Augenmerk gilt dem Sauerteig, der heute als sogenannter „Dreistufen-Sauer“ je nach Brotsorte individuell zugesetzt wird. Die eigene Herstellung dieser Anstell-, Grund- und Vollsauer ist zwar zeitintensiv, aber qualitativ wesentlich besser als Fertigtriebmitte. Wichtig ist natürlich besonders die Beschaffenheit der Rohmaterialien: je hochwertiger das Mehl und die Hefe, desto besser das Brot. Doch nicht nur das Rohmaterial ist entscheidend, sondern auch die vorsichtige Behandlung, und so werden in der Bäckerei Sattler die verschiedenen Mehlsorten von Hand zusammengemischt. Gerade heutzutage gibt es unzählige Brotsorten, die aus unterschiedlichsten Mehlzusammensetzungen bestehen, und dabei kann keine Maschine oder Computerprogramm die Erfahrung und die Beobachtung eines erfahrenen Bäckers ersetzen. Seit einigen Jahren besitzt die Bäckerei Sattler wieder einen Holzofen, in dem traditionell wie zur Jahrhundertwende und davor gebacken werden kann. Dieses traditionelle Backen dient zwar nicht der Quantität, aber der Qualität. Bester Beleg dafür ist der Geschmack des Brotes! Natürlich ist Josef Sattler aber auch ein moderner Bäcker, und die reiche Produktpalette von Croissants, Vollkornbroten, Torten, Kuchen, Zöpfen, Baguettes, Käsestangen gibt Zeugnis von der Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit der Bäckerei Sattler.


Auch für die Zukunft ist die Bäckerei Sattler gerüstet. Als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) führen Josef Sattler und seine beiden Kinder seit 1998 den Betrieb als quasi gleichberechtigte Teilhaber. Tochter Irmgard (geb. 1969) arbeitet im Laden im Verkauf mit, und Sohn Josef, der erst nach einer kaufmännischen Ausbildung zuhause das Bäckerhandwerk erlernte (geb. 1972) hat im Herbst 1999 den Meisterbrief im Bäckerhandwerk und den Titel des Betriebswirtes erworben. Damit ist die Bäckerei Sattler nach 100 Jahren im besten Sinne des Wortes: Jahrtausendfähig!







 
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